1. Juli 2026

Theaterfieber an der Oberstufe

Erfolgreiches Projekt geht bereits ins dritte Jahr – Klasse Wahlfach Theater
begeistert Eltern und Mitschülern.

Widnau – Vor drei Jahren startete an der Oberstufe Gässeli ein in der Region
einmaliges Projekt: Der Schulleiter Joso Ćaćić fragte das Dorftheater an, ob es das
Wahlfach Theater übernehmen würde. Gianni Ceraolo und Susi Miara wagten den
Versuch. Bereits am Ende des ersten Schuljahres präsentierten acht Schülerinnen
und drei Schüler das rund halbstündige Theaterstück «Kleider machen Leute» vor
der gesamten Schülerschaft sowie den Lehrpersonen der Oberstufe. Die Aufführung
überzeugte derart, dass das Dorftheater-Team direkt für ein weiteres Jahr verpflichtet
wurde. Im zweiten Jahr standen «Die mutigen Neun» auf der Bühne und sammelten
ihre ersten Erfahrungen im Theater. Auch dieses Projekt fand grossen Anklang.

Thema Schönheit stand im Mittelpunkt

Diese Woche ging bereits die dritte Produktion über die Bühne. Zehn Schülerinnen
führten in dieser Woche das Stück «Operation Schönheit» auf. Die rund 30-minütige
Inszenierung setzte sich auf humorvolle und zugleich kritisch-sarkastische Weise mit
dem Thema Schönheitswahn auseinander. Im Mittelpunkt standen mehrere
Patientinnen, die sich in einer Klinik auf unterschiedliche Schönheitsoperationen
vorbereiteten. Während Anna ihre Nase vergrössern lassen wollte, plante Claudia
ihren Silberblick zu korrigieren. Kristin hoffte, überschüssiges Fett loszuwerden,
Jennifer wollte ihre Hände für eine Modelkarriere verschönern lassen und Magdalena
plante sogar ein komplett neues, zeitgemässes Körperdesign. Im Wartezimmer der
Klinik trafen die Frauen aufeinander. Die ungewöhnlichen Vorbereitungen auf die
Eingriffe sorgten jedoch zunehmend für Verwirrung, besonders als eine Patientin mit
missglückter Operation aus der Klinik floh.
Insgesamt fanden während des Tages fünf Vorstellungen für 15 Schulklassen und
deren Lehrpersonen statt. Am Abend folgte eine weitere Aufführung für Eltern,
Freunde und weitere Interessierte. Gianni Ceraolo und Susi Miara, die die
Schülerinnen während eines halben Jahres begleitet hatten, zeigten sich nach den
Aufführungen begeistert. Die zehn jungen Darstellerinnen hätten sich hervorragend
in ihre Rollen eingefühlt und das Stück mit viel Engagement, Spielfreude und
Überzeugungskraft auf die Bühne gebracht.

Eine klare Botschaft vermittelt

Die Botschaft des Stücks wurde am Schluss von den Moderatorinnen treffend
zusammengefasst. Es zeigte, wie schnell Menschen glauben, nicht gut genug zu
sein, und wie absurd es werden kann, wenn ständig am eigenen Aussehen
«herumgebastelt» wird. Perfektion sei zwar ein verbreitetes Ideal, wirklich interessant
seien jedoch die Menschen mit ihren Eigenheiten und Besonderheiten. Oder, wie es
die Schülerinnen formulierten: «Echten Charakter kann man nicht operieren, und
Selbstwert hat keinen Sondertarif.»
Das erfolgreiche Projekt zwischen Oberstufe und Dorftheater beweist einmal mehr,
wie wertvoll kulturelle Bildung sein kann. Neben schauspielerischen Fähigkeiten

stärken solche Erfahrungen das Selbstvertrauen, die Kreativität und den Teamgeist
der Jugendlichen.